04 Sep 2014

Schimmelpilze und nasse Wände – Die Rechte des Mieters

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Schimmel und feuchte Wände sind ein häufiges Streitthema zwsichen Mieter und Vermieter. Wir erläutern Ihnen, was Sie als Mieter beachten müssen. Da es sich hierbei nur um eine grobe Übersicht handeln kann, empfehlen wir dringend, sich im Schadensfall individuell von einem Anwalt beraten zu lassen.

Welche Sorgfaltspflichten habe ich als Mieter?

Sie sollten unbedingt darauf achten, dass Sie eine Schimmelbildung in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung nicht selbst verursachen. Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang ein tägliches gründliches Lüften der Räume. Sie sollten außerdem nach dem Baden oder Duschen dafür sorgen, dass die Fliesen Ihres Bades trockengewischt werden.

Schimmel an der Wand – was kann ich tun?

Wenn Sie einen Schimmelbefall oder Wasserfleck an der Wand entdecken, sollten Sie das in jedem Fall unverzüglich dem Vermieter melden. Um das Wohnen in einer schimmelbefallenen Wohnung zu vermeiden, haben Sie rechtlich gesehen mehrere Möglichkeiten, die Sie einzeln oder auch kombiniert wahrnehmen können. Auf jeden Fall sollte ein Gutachter zu Rate gezogen werden, welcher fähig ist die Ursache des Schimmelbefalls zu ermitteln.

Schadensbehebung durch den Vermieter

Zunächst können Sie, nachdem Sie den Schaden gemeldet haben, Ihrem Vermieter eine Frist zur Behebung setzen. Sollte Ihr Vermieter die Frist ungenutzt verstreichen lassen, können Sie selbst eine Sanierungsfirma beauftragen, die den Schaden behebt. Die Kosten dafür können Sie von Ihrem Vermieter zurück verlangen oder mit der Miete verrechnen. Eine Verrechnung ist, ebenso wie eine Kürzung der Miete, jedoch mit Vorsicht zu genießen.

Ist eine Mietkürzung sinnvoll?

Bei Schimmelbefall können Sie die Miete kürzen. Sollte die Wohnung vollkommen unbewohnbar geworden sein, kann die Miete sogar entfallen. Eventuell haben Sie einen Anspruch auf eine vorübergehende Ersatzwohnung, solange der Schimmel besteht. Doch bevor Sie die Miete kürzen, lassen Sie sich unbedingt individuell beraten. Nicht selten kürzen Mieter zuviel von der Miete und sehen sich dann Mietschulden gegenüber.

Kündigungsrecht

Das Recht, Ihren Mietvertrag fristlos zu kündigen (§§ 569 und 578 BGB) haben Sie nur dann, wenn der Schimmelbefall stark ist und eine Gefahr für Ihre Gesundheit droht. Das gilt jedoch nicht für jeden kleinen Schimmelfleck, auch dann nicht, wenn bereits Beeinträchtigungen bestehen. Kein Recht auf Kündigung haben Sie ferner, wenn Sie selbst den Schimmel verursacht haben – etwa durch falsches Lüften.

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